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Johnossi, Razorlight & Mando Diao
- Ein Mini-Festival mit viel Licht, aber auch ein wenig Schatten!

So, besser spät als nie möchte ich nun den Ereignissen vom 20. November 2006 Rechnung tragen. Doch wo beginnen? Hm... Am besten am Anfang! Wo auch sonst?
Nun ja, es war ja ein Montag und damit nicht unbedingt die beste Voraussetzung für einen gelungenen Konzertabend, denn mein Stundenplan sieht montags eigentlich volles Programm von 9-17Uhr vor... Denkbar schlecht... Wer die (f***ing) Columbiahalle und die Mando Diao-Fans kennt, weiß wovon ich rede...
Für alle anderen: Um 17Uhr brauch ich gar nicht mehr losgehen, wenn ich von der Band nicht nur was hören, sondern auch sehen will!
Also wurde die Analysis-Übung bei der netten Frau Baum kurzerhand gekippt, all unser Krempel Sandras Bruder aufgedrückt (Danke an dieser Stelle) und sich augenblicklich auf die Socken zur Columbiahalle gemacht...
Trotz einiger Schwierigkeiten bei der ordnungsgemäßen Benutzung eines CityKlos, waren wir doch schon um 16.30Uhr vor Ort... Es war bitterkalt und vor uns standen mehr Leute als ich erwartet hatte... Darunter auch bekannte Gesichter, die ich allerdings nie wiederzusehen gehofft hatte... Mit einem Wort: Yola! Diese schreckliche, aufdringliche, sich überall durchschnorrende Kuh! Viel zu oft schon musste ich ihre Anwesenheit auf Konzerten ertragen! Vier Mal... Argh!
Nur gut, dass es unter den Wartenden vor der Halle auch nette Menschen gab, wie das Geschwisterpaar direkt vor uns in der... nun ja, "Schlange"!? Sofern man diesen ungeordneten Haufen denn so nennen möchte...

Jedenfalls unterhielten wir uns mit den beiden über... ähm, naja... Konzerte (Worüber sonst!?)... Worüber Sandra in ihrem Blog-Eintrag ja schon berichtete... Ja, man konnte den Neid in ihren Augen aufblitzen sehen, als das Mädel vom Mando-Hamburg-Konzert berichtete... *g*
Jedenfalls waren die Beiden auch so nett uns mal eben den Platz frei zu halten, als wir planmäßig und um einiges klüger um 18Uhr nochmal zum CityKlo aufbrachen... Und - ganz ehrlich - nie tat laufen so gut... Es war sooo kalt, dass sich das konzerttaugliche, leichte Schuhwerk während der Wartezeit als echtes Handicap herausstellte! Nun ja, die letzten anderthalb Stunden vergingen dann auch noch relativ schnell und pünktlich um 19.30Uhr standen die Konzertbesucher in ihren "Starterboxen" (die nach wie vor an Pferderennen erinnern) Auge in Auge mit der Security... Letztere rissen hier und da noch ein Witzchen (unter sich, versteht sich) und schienen auch ansonsten die Ruhe weg zu haben... Aber das Musterexemplar für mehr Entspannung am Arbeitsplatz stand ausgerechnet bei uns... Da darf es auch noch mal "schnell" ein Kaugummi sein, wenn - mit der obligatorischen 15-minütigen Verspätung - um 19.45Uhr an den anderen "Starterboxen" schon Einlass ist... Oder es wird noch mal eben die neueste "Kartenabreißtechnik" debattiert... *grummel* Und ganz nebenbei sind zwei weibliche Taschen-Kontrolleure für ein überwiegend weibliches Publikum einfach zu wenig...
So ergatterten wir trotz wochenlanger "Durchkonzeptionierung" des Einlass-Ablaufs "nur" einen der äußeren "Erste-Reihe-Plätze" rechts... Generell ja nicht sooo schlecht, immerhin erste Reihe, aber an diesem Abend doch eher ungünstig... Dazu aber später, jetzt wurde erstmal wieder gewartet... Ich stellte mich seelisch und moralisch schon auf weitere 75 Minuten voller quälender Ungeduld und Vorfreude ein, als um 20.30Uhr plötzlich das Licht ausging und meine momentanen Lieblingsschweden eine halbe Stunde zu früh die Bühne betraten... Ganz zu meiner Freude, aber sehr zu Leidwesen derer, die sich draußen vor der Halle noch mit Security und Technik rumplagen mussten und nun Fantastisches verpassten...
An dieser Stell zeigt sich übrigens der Nachteil unserer Plätze: Johnossi sind nun mal "nur" John und Ossi, also nur zwei Leute auf einer riesigen Bühne... John stand links und Ossi saß mit dem Rücken zu uns... *die-Security-verfluch*

Dennoch: Das Konzert war fantastisch! Begonnen haben sie ihr Set wie im Lido mit "Press Hold"! Ein Wahnsinnssong, der - so oft wie MotorFM ihn spielt - schon fast hätte Single sein können...
Nahtlos daran an schloss die aktuelle Single "Glory Days To Come" (Video steht momentan hier auf meinem Blog, wird aber leider auch von Mtv gespielt), gefolgt von meinem Lieblingssong "Rescue Team"... *freu*
Der Beginn ihrer Show war so kraftvoll und energiegeladen, dass schon beim zweiten Song eine Saite an Johns Akustik(!)-Gitarre riss und er den Song dann irgendwie mit fünf Saiten fortsetzten musste... Auch Ossis Drums hielten dem "Geprügel" nicht lange stand und mussten während des Spielens nachjustiert werden... Man könnte sagen, ihr Auftritt fegt den Staub aus der Halle und würde nicht mal übertreiben, denn laufend segelten fette Staubflusen von der Deckenkonstruktion auf die Bühne... Gut, weiter ging's wie im Lido mit "Santa Monica Bay", gefolgt von "erstklassigem" Smalltalk:

John: "How're you doin', Ossi?"
Ossi: "I'm doin' good... How're you doin', John?"
John: "It feels good to be back here in Berlin..."
Ossi: "Yep!"
John (ans Publikum), nuschelt: "...the capital of Europe, right?"
Ossi: "Ja?!"
Nach magerer Publikumsreaktion, ob der "vernuschelten" Frage...
John: "No?"
Ossi: "Whatever..." und testet seine Basedrum.
John: "These people don't seem too proud about their own city, Ossi."
Ossi teilnahmslos: "Hmm..." und drischt weiter auf sein Instrument."
John: "Anyway, this song's called 'Man Must Dance'..."

Dieser Song folgte dann logischerweise auch... Der Clip dazu stand hier ja auch schon auf'm Blog! Weiter geht's...
John: "Thank you, people of Berlin... This is the third time we play here in Berlin! Anybody who's seen us before, here in Berlin?"
Ein paar Arme gehen nach oben, hier und da ein bejahendes Jubeln... John nimmt es absegnend entgegen: "Yeah, yeah, alright...", Ossi bemerkt: "Three!" und beweist damit, dass man nicht unbedingt zählen können muss, um Musiker zu werden... *g* Mit uns waren es nämlich mindestens fünf! Aber auf Grund unserer bescheiden schönen Plätze konnte er uns ja auch gar nicht sehen, auch wenn sich dieses "Nicht-Zählen-Können" super zu dem "Das-Englische-Alphabet-Nicht-Beherrschen" gesellt hätte... *g*

Weiter ging's mit "The Lottery", bevor dann mit der Debüt-Single "Execution Song" die erste Abweichung von der Lido-Setlist folgte... Family Values, Risky Business #1 und Risky Business #2 wurden einfach ganz dreist gestrichen... Schade! *sniff*
Ich hätte aber auch nicht gedacht, dass "Execution Song", der ja vornehmlich auch nur bei MotorFM oder blend (oder auf meinem Blog) läuft, schon bei den ersten Takten soviel positive Publikumsreaktionen erntet... Wohl alles fleißige MotorFM-Hörer im Publikum? Jedenfalls wurde es langsam eng, und zwar früher als ich erwartet hatte... Und ich weiß nicht, ob ich das gut finden soll... John und Ossi jedenfalls schien dieser Enthusiasmus beim Publikum zu gefallen, zum Dank gab's ein freundliches "Thanks!" und Ossi erkundigte sich höflichst nach dem werten Befinden: "Are you excited about Mando Diao playing tonight?" brubbelte er in sein Mikro... Das Publikum reagierte entsprechend. Auch John vergewisserte sich nochmal: "We said, are you excited about tonight, or what?" und nuschelte anschließend noch irgendetwas Unverständliches in sein Mikro, bevor sie mit "There's A Lot Of Things To Do Before You Die" zum finalen Song ansetzten... Zwar war dieser auf Grund eines leicht abgewandelten Textes etwas länger als gewöhnlich, doch änderte das wenig an der Tatsache, dass der gesamte Auftritt mit acht Songs schlicht weg zu kurz war... *schnief*
Ich meine, ihre Auftritte werden immer kürzer statt länger... Erst eine kleiner Headliner-Club-Tour im letzten Sommer (leider ohne mich), dann im Lido als Support-Act mit elf Songs und jetzt nur die erste von zwei Vorbands mit eben nur acht Songs... Tze! Wenn's nach mir gegangen wäre, ich hätte ich Reihenfolge ja getauscht... Was soll denn (außer Mando Diao selbst natürlich) als Steigerung jetzt noch kommen??? Schlechte Karten für Razorlight... Ich geb's ja zu, mit dieser Einstellung meinerseits und dem gerade Erlebten im Gedächtnis hatten sie einfach keine Chance auf eine objektive Meinung... Sodass es an dieser Stelle wohl wenig verwundert, dass ich von ihrem Auftritt doch ziemlich enttäuscht war, obwohl die Band gut gespielt hat... Aber Mr. Johnny "Großmaul" Borrell gab einfach ein zu lächerliches Bild auf der Bühne ab... zappelig, in steril weißem, viel zu engem Dress, gekrönt von merkwürdigsten "Tanzbewegungen", wenn man es denn so nennen möchte... Aber das Publikum schien sich nicht weiter dran zu stören und ging gleich beim Opener "In The Morning" gut mit... Mittlerweile hatte auch die Letzten gerafft, dass The Dirty Pretty Things heute nicht mehr kommen werden und gaben sich nun voll und ganz den denkwürdigen Geschehnissen auf der Bühne hin, wobei ich über diesen krassen Gegensatz "Musik <-> Darbietung" in Razorlights Show immer noch nicht hinwegkomme! Die Band hat super gespielt und Johnny Borrell hat gut gesungen, aber mit diesen lächerlichen "Poser"-Versuchen hat er sich echt zum Hampelmann gemacht... tzetze!

Dazu drei Beispiele:
(1) Johnny B. geht zu einer der großen Lautsprecherboxen am Bühnenrand, steigt halb drauf, nur um festzustellen, dass er sich doch nicht traut und gleich wieder herunterzusteigen... Wohlgemerkt: Dieses Schauspiel wiederholte sich drei Mal!

(2) Der gute Johnny hatte scheinbar Hummeln im Hintern... Anders ist dieses unaufhaltsame Hin-und-her-Gerenne gepaart mit wildesten Gestiken wohl nicht zu erklären. In seinem Gehampel riss er mit seinem Mikrofon-Kabel auch noch sein Bier um und scherte sich einen feuchten Scheißdreck darum, sodass sein Keyboarder mal eben zur Putze für Mr. Borrell degradiert wurde, damit die Plörre nicht in die Technik läuft! Schäm dich, Johnny!

(3) Es hatte ihn niemand, wirklich niemand gebeten sein Shirt auszuziehen... Er tat es trotzdem... Im Ernst: Ein halb nacktes, wild gestikulierendes Männchen auf der Bühne ist nicht weniger lächerlich als ein angezogenes!

Aber ich sag's nochmal: Musikalisch waren sie wirklich nicht schlecht... "In The Morning", "America", "Back To The Start" & Co. sind ja auch super Songs! Aber diese großmäulige Witzfigur... hm, ich weiß nicht! Aber wie gesagt: Nach Johnossi und vor Mando Diao kann ich für meine Objektivität nicht wirklich garantieren und zum Ende des Razorlight-Sets war ich ohnehin ein wenig abgelenkt... Alles in allem waren Razorlight sehr bemüht, aber wie sagt man so schön: Mühe allein genügt nicht! Und so empfand ich sie doch als kleinen Störfaktor an diesem "Smörebröd"-Abend... Die Sugarplum "Pflaumen" hätten wohl besser gepasst...

Egal, jetzt kommen Mando Diao, die wir nun Dank eines kollabierenden Mädchens nun aus größerer Nähe genießen konnten... Mitleid für das Mädel ist hier fehl am Platze, die hatte vorher ganz dreist gedrängelt, weswegen wir noch weiter außen standen... Aber zurück zum Thema: Begleitet von einem Beatles-Song nahm die Band hinter dem weißen Vorhang Aufstellung, der uns schon frühzeitig von der Razorlight-Setlist trennte, welche nun das tragische Schicksal alles Irdischen ereilte... Sie wanderte in den Müll! Von solchen Dramen bekamen Mando Diao allerdings nichts mit und begannen ihr Set mit "Welcome Home, Luc Robitaille", wobei der Vorhang exakt mit Einsetzen des Refrains fiel... Immer wieder ein Gänsehaut-Moment, so ein fallender Vorhang... Das hatte vor drei Jahren ja schon bei Placebo super geklappt!
Ein anschließend von Björn nett in die Menge gebrülltes "Wie geht's?" genügte, um die ohnehin schon tobende Halle in Extase zu versetzen... Bis es dann bei "If I Leave You" so richtig knallte! Wahnsinn! Gustaf entledigte sich noch schnell seines Hutes und bewies, dass er die Zahlen von 1 bis 10 sogar rückwärts beherrscht (Ossi sollte sich ein Beispiel nehmen!), bis er mit seinem Mundharmonika-Part bei "Motown Blood" die Halle weiter im eigenen Saft vor sich hin köcheln ließ... (Mir gelang es an dieser Stelle dann auch endlich ein bedeutungsschweres Foto zu machen!)
Und nachdem er sich dann mit einem charmant gebrüllten "Hello, my name is Gustaf Norén [wohlgemerkt mit laaangem "e"] and I'm part of Mando Diao" kurz vorgestellt hatte, waren auch die letzten Unklarheiten beseitigt und es folgte "White Wall"... Schon jetzt schien mir dieses Konzert ein Querschnitt ihrer besten Songs, einer Art "Best Of" zu werden, aber das ist bei Mando Diao ja auch nicht schwer... Die haben ja gar keine schlechten Songs! Sieht der Rest des Publikums scheinbar nicht anders und bejubelt die bisherigen Songs ausgiebig... Gustaf höflich: "Thank you very much, thank you very much...", smalltalkt mit dem Publikum:
"This is pretty warm in here... I know, we're used in Swedish weather and everything... You wanna hear a new song?" Alles jubelt...
"No, we're not gonna play a new song... We're gonna play an old song... This one's called..." und macht entsprechende Lippenbewegungen...
"I said, this song is called..." und eine falsche Antwort jagt die nächste...
"No no no, this song is called... PARALYZED!"

Und die Herrschaften waren auch nicht zu stolz, um sich für diesen und einige andere Songs Unterstützung von zwei Bläsern zu holen... Nach einem anschließenden kurzen Solo der beiden Musiker an Sax und Trompete, knüpfte daran nahtlos der Song "Amsterdam" an...
An dessen Ende erklärte Björn: "You never gonna know, Berlin, what the fucking god told me... never!", nur um es uns mit der letzten Zeile des Songs ja doch zu verraten...
Weiter ging's mit einem meiner persönlichen Lieblingssongs: "TV & Me"...
Welcher aber noch um Längen von dem nun folgenden Übersong "All My Senses" geschlagen wurde... Wie kann man als Normalsterblicher nur sowas schreiben und dafür nicht auf Händen getragen werden?! Wahnsinn!!!
Der Song war aber optimal im Set platziert... Nach sieben Krachern mal einen ruhigeren dazwischenzuschieben, brachte auch der Security ein wenig Entspannung... Denn die kamen gar nicht mehr hinterher, die ganzen kollabierenden Mädchen und crowd-surfenden Jungs rauszuziehen... Der Dank dafür sind halb ausgestochene Augen und mehr oder minder (tendiere zu letzterem) sehenswerte nackte Tatsachen... Mit anderen Worten: Ein Mädel wurde rausgezogen, aber ihre Hose folgt nur bedingt, d.h. zuuuu tiefe Einblicke für alle Umstehenden... Aaah! Schrecklich! Naja, und die andere zog halt vor Björn freiwillig blank... Was soll das? "Guck mal, ich bin ein Mädchen" oder "Guck mal, ich hab was, was du nicht hast"? Und er guckte! Ist wohl genetisch bedingt... Egal, weiter im Text!
Gustaf's Frage ans Publikum "Wanna dance with me?" hatte nun zur Folge, dass sich Mr. Obercool himself zu den Klängen des "Tony Zoulias (Lustful Life)"-Intros tänzelnd über die Bühne bewegte...

A propos "Coolness": Diese musste auch an diesem Abend demonstrativ zur Schau gestellt werden. War es 2005 noch die absichtlich fallengelassene Gitarre, die er sich von seinem Roadie wieder aufheben und umhängen ließ, so war es diesmal sein Hut, den er mehrfach durch die Gegend warf, um andere für sich laufen zu lassen... Drei Mal warf er das gute Stück durch die Gegend, traf die Decke, traf Björn oder brachte es mehr oder weniger gezielt auf dem Drum-Podest zum Liegen, nur um wenig später dem Roadie mit einem Fingerzeig zu signalisieren, was zu tun sei: Wies auf den Hut, wies auf seinen Kopf! Der Roadie spurte und brachte das Stück wieder an seinen Bestimmungsort... Aber wie alles im Leben rächt sich auch solch (gespielte?) Arroganz: So stolperte Gustaf wenig später über ein Kabel, was nun wirklich nur bedingt "cool" und lässig wirkte... Hahaha!

Aber zurück zum Set: Auf das "Lustful Life"-Intro folgte natürlich auch "Tony Zoulias (Lustful Life)" und anschließend "Killer Kaczynski", bei dem die Herren Norén und Dixgård freundlicherweise auch mal die Plätze tauschten. Sehr zu Gunsten unserer Bilder, die sich bis dato irgendwie nur auf Björn und "CJ" (Carl-Johan) beschränkten, die sich doch wesentlich öfter vor uns tummelten...

Allein mit Mats im Hintergrund setzte Björn das Set dann mit dem doch sehr ruhigen "Ochrasy" fort, was die 3.800 Anwesenden allerdings nicht davon abhielt aus voller Kehle mitzugröhlen. Die anderen Bandmitglieder legten derweil ein Päuschen ein und Gustaf gab sich am Bühnenrand seinen Lastern hin, zog genüsslich an einer Zigarette und führte sich ein Weinchen zu Gemüte. Doch diese Phase der Erholung währte nicht all zu lange, es folgte "Sheepdog" und es wurde mehr als schwierig dort vorne noch in einem Stück zu bleiben... Besonders als - "one for the money, two for the show" - mit "God Knows" gleich nach gesetzt wurde...
Zu meiner Überraschung stimmten sie auch die B-Seite "Moonshine Fever", welche dann mit dem Befehl Gustafs "What's the fucking matter with you? Come on, dance a little bit for Mando Diao, will you... Come on, 1, 2, 3..." direkt in "Down In The Past" mündete... Die Halle brodelte, als sie mit "Long Before Rock'n'Roll" zum finalen Song des Hauptsets ansetzten...

Aber ohne Zugabe geht es natürlich auch bei einer Band wie Mando Diao nicht, auch wenn die fünf Herren sich ganz schön bitten ließen und hinter der Bühne wahrscheinlich erstmal genüsslich im Applaus badeten!
Die armen Säue an Saxofon und Trompete wurden also kurzerhand zum Intro auf die Bühne gejagt, bis die Herrschaften selbst erschienen, um ihr Set mit "The New Boy" etwas ruhiger fortzusetzen... Allerdings nur bis Gustafs Worte "Guten Morgen, Herr Horst... Wie geht's?" die aktuelle Single "Good Morning, Herr Horst" ankündigten... Wer den Song kennt, weiß, dass dieser mit Ruhe nicht das Geringste gemein hat... Dieser Song lädt einfach zum Tanzen ein, das sah Gustaf wohl auch nicht anders und schwang zum wiederholten Male an diesem Abend das Tanzbein... Beim anschließenden "You Can't Steal My Love" griff er dann aber doch lieber wieder zu Gitarre und Mikro... Dann war Feierabend, Gustaf stieg in den Bühnengraben und klatschte sich mit den Fans ab, Samuel verschenkte seine Drumsticks (einen an mich! *freu*), die Band verließ die Bühne, ein freundliches "Thank You, Berlin" lief über die Leinwand, das Licht ging wieder an und auch die Rausschmeißer-Musik lief schon... Alles bewegte sich langsam weg von der Bühne und gen Ausgang... Doch man hatte die Rechnung ohne Mando Diao gemacht!
Sie kamen tatsächlich nochmal raus und stellten sich bei voll erleuchteter Halle und laufender Rausschmeißer-Musik mit der Erklärung Gustafs auf die Bühne "This one is just for dancing and clapping!"...
Und nachdem sie sich dann selbst ein wenig zur laufenden Musik bewegt hatten, stimmten sie nun das nur von zwei Akustik-Gitarren begleitete Cover "Mama, you were always von my mind" an, was nun um ca. 0:30Uhr leider doch den Schlusspunkt hinter ein Wahnsinnskonzert setzte... Schade! *sniff*
Sandra ergatterte am Ende noch eins von Björn's Pleks, sogar mit seinem Namen versehen... Verwechslung ausgeschlossen!

Wir gaben Eva, die das Konzert von Rängen aus verfolgt hatte, mit Hilfe unserer patentierten Zeichensprache zu verstehen, dass wir uns am Merch-Stand treffen würden... Nun ja, jedenfalls glaubte ich das! Hat aber natürlich nicht geklappt, also erkundeten Sandra und ich allein, was die Kommerzmaschinerie wieder so ausgespuckt hat... Wir wühlten uns also langsam durch die Menschenmassen (Welcher Depp kommt auch auf die glorreiche Idee den Merch mitten in die "Zufahrtswege" der Garderobe zu bauen?), trafen dabei noch einen Kumpel von Sandras Bruder und gelangten schlussendlich doch noch an unser Ziel, wo wir noch schnell ein "Mando Diao"-Shirt für Kissy auswählten, bevor sich unsere Wege trennten... Sandra verblieb beim "Mando Diao"-Merch, um das ausgewählte Shirt für Kissy sowie ein weiteres für sich und ein Poster zu kaufen, während es mich - oh Wunder - zum Johnossi-Stand zog, wo John und Ossi sich selbst die Ehre gaben, ihr Zeug an den Mann zu bringen... Kaum hatte ich mich zum Tisch durchgekämpft, näherte sich mit bedrohlichen Schritten ein bekanntes Gesicht... Dieser verfluchte "Journalist" - die alte Plaudertasche, die schon im Lido kein Ende fand - näherte sich der Band bedrohlich dicht und - zack - noch ehe ich sie ansprechen konnte, hatte der sich schon auf sie gestürzt und sie begrüßten ihn erschreckend herzlich... Pah! *neid* Gott sei Dank fasste er sich diesmal kurz, sodass ich doch noch die Gelegenheit erhielt mein Foto signieren zu lassen... Während John noch grinste und sich nach Ort und Zeit der Entstehung dieses Bildes erkundigte ("When was this?" ), wobei meine Antwort doch eher minimalistisch war ("Lido, last month!" Boah, das ist ja nicht mal 'n Satz! *ärger*), kam von Ossi nur ein entsetztes "Oh god!!!" gepaart mit einem alles sagenden Augenrollen...

Diese Aktion hatten wir gerade noch hinter uns gebracht, als plötzlich an allen Ecken und Enden Mädels zu kollabieren drohten... Gut, es waren nur zwei, aber immerhin zwei zu viel und vor allem beide in direkter Umgebung... Sie störten meine kleine Shopping-Tour nämlich gewaltig, als die Freundin des einen Mädels John (!) durch Zuruf um Wasser bat... Reichlich verwirrt, ob der vielen Menschen um ihn herum, schaute John sich um, wo die Bitte denn jetzt hergekommen sein könnte und erspähte prompte das "falsche" kollabierende Mädchen... Höflich gab er ihr sein Wasser, dann rief irgendjemand John und Ossi weg, die sich aus der Menschenmasse nur noch durch waghalsige Kletteraktionen zu befreien wussten... Neben mir stand immer noch die eigentliche Zielperson für das Wasser... Betonung liegt auf "noch"!!! Als dann nämlich Johns Wasser zur Weitergabe an jenes Mädel bei mir landete, war sie schon gänzlich weggetreten und wurde von ihrer Freundin hinter den Merch-Stand geschleift... Toll, und was soll ich nun mit dem Wasser?! Mittlerweile hatte ich mich zur Vorderseite des Tisches durchgekämpft, als die Kollabierte wieder zu sich kam und der nette schwedische Merch-Typ nun aufgeregt nach Wasser für sie suchte, aber nur Cola fand... Großzügig wie ich bin (Ha!), reichte ich ihm "meins" und bekam als Ersatz dafür die Cola in die Hand gedrückt... Ähm... Okay... So unrechtmäßig bin ich wohl noch nie zu einem Getränk gekommen! *schäm* Aber man hatte mich ja nicht mal gefragt... Und die Situation auf Englisch aufzuklären, wäre wohl in der Hektik deutlich schwieriger gekommen... So beendete ich meine Einkaufstour mit einem "Mando Diao"-Poster, einem "Mando Diao"-Buttonset, zwei weiter Johnossi-Button (4 zum Preis von 3!) und einer Gratis-Cola... Auf meinem Weg aus dem Gedränge traf ich noch Anna, die wir schon bei Johnossi im Lido kennen gelernt hatten und die ich zufällig bei myspace.com wieder getroffen hatte... Nach kurzem Smalltalk mit ihr, sammelte ich Sandra wieder ein, wir verstauten all unser Zeug und trafen draußen schlussendlich doch noch auf Eva... Jetzt aber ab nach Hause, wo ich so gegen 2:15Uhr eintrudelte! Schlafen! Und am nächsten Abend das gleiche Spiel in andere Besetzung nochmal, diesmal in den Hauptrollen: Ricky, Peanut, Nick, Simon und Whitey aka Kaiser Chiefs!

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