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Säraah

Schrill, Schriller, Klaxons !!!

Nicht umsonst haben sich die drei Londoner mit abgeschlossenem Kunst-Studium nach dem führenden britischen Sirenenhersteller benannt. Noise und Underground sind also in jedem Falle Thema bei den Klaxons, doch gewiss nicht deren Ansatz. Viel mehr ging es darum sich immer wieder aufs Neue zu beweisen und möglichst viele Leute zu erreichen, eben - im wahrsten Sinne des Wortes - "Pop(ulär)" sein. Größtmögliche Irritation und Identifikation gleichzeitig erreichen. Also eher ein künstlerisch-konzeptioneller Ansatz. Die Klaxons betrachten sich selbst als Avantgarde. Und so wurde von ihnen kurzerhand ein eigenes Genre kreiert: New Rave. Bezugspunkt waren dabei tatsächlich die - bis dato noch nicht recycelten - 90er Jahre. Der NME hat das dann aber gründlich missverstanden und gleich die Revolution ausgerufen. Dabei war das Ganze für die Klaxons mehr oder weniger nur ein Spiel mit den Medien. Nun ist der fiktive Genre-Begriff "New Rave" in aller Munde und ganz nebenbei hätten die Klaxons ihre These bewiesen, dass man Erfolg tatsächlich erzwingen kann, besetzt man nur alle Medien. Oben erwähntes Mittel der Irritation war dabei sehr hilfreich, erschienen die Drei doch vorwiegend in neonfarbenen Klamotten der 90er Jahre Rave-Kultur, was sich aber in good old Britain wieder derart verselbstständigte, dass sie ab jetzt nur noch schwarz tragen. Es ist ihnen langweilig geworden, die Erwartungshaltung der Presse zu erfüllen. Denn eines sind die Klaxons garantiert nicht: Vorhersehbar.

So auch an diesem Donnerstag, den 22.März 2007, an dem die Klaxons den Beweis antraten, dass sie den Wirbel um sie wirklich wert sind. Nach einer doch ganz guten, ebenfalls elektro-lastigen Vorband namens (Achtung! Mathematischer Begriff! *grusel*) "xVector" begannen die Klaxons - teils in schwarz, teils in bunt - mit dem obligatorischen Sirenensound von "The Bouncer"... und die Halle tobt, abgesehen von der ersten Reihe und dem Pärchen hinter mir in "Reihe" drei. Aber ganz ehrlich: Zu diesem Sound kann man nicht still stehen. Und so ließ ich mich von Säraah zum "Riot Dancing" (Das ist Neu-Neu-Deutsch! Alt-Neu-Deutsch hieße es wohl "Pogen" oder "Moshen"!) überreden... Wow! Das war echt hart! Aber sau-geil! Besonders bei den bekannteren Songs wie "Totem On A Timeline" und der Gassenhauer "Golden Skans" gab's kein Halten mehr. So war es nur eine Frage der Zeit, bis irgendeiner fällt... Das dieser jemand aber immer ich sein muss, ist nicht so richtig fair... Und wenn dann irgendein Depp noch auf meinem Hosenbein steht, wird das wieder aufstehen definitiv nicht einfacher! *grummel* Aber egal, es war trotzdem unglaublich was die Herren Simon, Jamie und James da vorn ablieferten. Während Jamie und James sich an Mikro und Keyboard abwechselten, konnte sich Simon von seiner Linkshänder-Gitarre nur schwer lösen. Sein Blick ging so gut wie nie ins Publikum... Später wurde auch klar warum und man konnte froh sein, dass der Blick überhaupt noch irgendwohin ging. Echt, so'n Psycho-Blick hab ich lange nicht gesehen. Übel! Er konzentrierte sich also voll aufs Musizieren, wenn er zu Schmuckzwecken nicht gerade polnische (!) Flagge aus'm Publikum sammelte, welches neben deutschen eigentlich vorwiegend eher aus englischen Fans bestand. Aber watt soll's. Mir schien diese lästige polnische Reisegruppe nur leider viel zu bekannt. Die stresste nämlich schon im Dezember bei Placebo mit ihrer dämlichen Flagge, welche überflüssigerweise noch den Schriftzug "Come To Poland" trug. Pah!
Gut, gut, nach 12 fantastischen Songs und einer Einladung Simons zu einer heimischen Grillparty im Jahre 2012 war das Konzert ohne Zugaben beendet. Puh! Mir hat's gereicht, wenigen anderen scheinbar nicht. Es folgten vereinzelt Buh-Rufen und Pfiffen... Aber kein Vergleich zu dem, was bei den Arctic Monkeys abging. Aber ganz ehrlich, was will man auch spielen, wenn man erst ein Album am Start hat?! Manchmal zweifle ich an der Vernunft der Menschen... Egal, das Gejubel übertönte das Pfeifen und Buhen bei weitem.
Jetzt war erst mal Erholung angesagt. Nachdem man uns so rüde von der Bühne verjagt hatte, wo unsere Sachen lagen, setzten wir uns erst mal an Rand der Halle, sortierten uns, unserer Sachen, begutachteten die gemachten Foto, tranken, quatschten und beobachteten die Leute auf der Suche nach ihren verlorenen Habseligkeiten. Tja, ich sag ja, es ging drunter und drüber. Wahnsinn! Erst mal verschnaufen! Die Halle leert sich langsam und wir erhoben unsere schmerzenden Glieder zum Merch-Stand, kauften ein paar Buttons, warteten und debattierten, wie Säraah denn wohl zurück nach Frankfurt(Oder) kommt, wenn doch aber gar kein Zug mehr fährt... In der Zwischenzeit waren auch die Klaxons wieder ansehnlich und präsentierten sich die wenigen Wartenden. Zuerst Simon, der Haupt-Initiator der Band, der mehr oder weniger gern für Autogramme und Fotos bereitstand - soll heißen: Er merkte beim Posieren ein Mal klagend an, er hätte zu viele Flaschen in der Hand! Es war genau eine!!! Und Mitleid ist ohnehin nicht unser (mein) Metier! Muhahaha!. Erstaunlich war, die sonst überhaupt nicht schüchterne Säraah bekam auf einmal nicht die Zähne auseinander, um nach einem Foto zu fragen. So musste ich das tun und sie dann förmlich aufs Bild stoßen. Aber was soll ich sagen: Psycho-Blick. Die Fotos sind also dementsprechend herrlich geworden. Und für Säraah gab's am Ende neben einer doppelt signierten Eintrittskarte (sie fragte nach seinem Namen, weil sie seine Hieroglyphen nicht entziffern konnte, also schrieb er's noch mal in "Schönschrift" ) auch noch ein Kusshändchen von ihrem "Lieblings-Klaxon" Simon. Von da an war sie nur noch schwer ansprechbar. Es ging aber schon wieder, als sich "Klaxon" Nr.2, Jamie, vor der Türe des Backstage-Raumes tummelte und erst mal ordentlich mit einigen Landsleuten ins Plaudern kam. So'ne Schlabbertasche... Blablablabla... *schnarch* Irgendwann waren sie aber mal fertig und wir sahen unsere Chance gekommen, als der fiese Security-Typ (der, der uns so rüde von der Bühne gejagt hatte) ein paar Poster signieren lassen wollte. Hatte aber keinen Stift... Hahaha! Freundlich - wie ich aber bin - lieh ich ihm meinen, allerdings nicht ohne sein vorheriges Verhalten zu tadeln... Mit fadenscheinigen Ausreden à la "Es gibt ja auch Leute, die Kabel klauen!" versuchte er sich rauszureden... Pah! Nicht mit uns! Dann signierte Jamie unser Zeug und Säraah - jetzt wieder in Plauderlaune - fragte gleich, ob sie sich den freuen würden Muse im Wembleystadium zu supporten. Worauf Jamie sein Bedauern kundtat, dass das wohl gar nicht geschehen werde und es alles nur Gerüchte seien. Sie touren stattdessen mit Daft Punk, was ja... nun ja, genauso toll sei. Sein verdächtiges Räuspern gab zu verstehen, dass er selbst nicht glaubte, was er gerade erzählt hatte. Gut, gut, und schon wollten die nächsten Autogramme und plaudern. Ich frage mich nur, was für eine merkwürdige Angewohnheit das ist, dabei einfach meinen Stift nicht wieder rauszurücken. Unangenehme Situation. Man will sich ja nicht ins Gespräch drängen, hätte aber schon gern seine Sachen zurück. Und wenn man bedenkt, wie lange der davor schon geplaudert hat... Na Hallelujah! Das Gespräch ging dann doch schneller vorüber als gedacht und so baten wir noch höflichst um Fotos. Blöd nur, Jamie war bei der Suche nach einer geeigneten Pose mit Säraah schon wieder am Quatschen und so kam "das Vögelchen" wohl höchst unpassend. Er bestand darauf, das Bild noch mal zu machen. Säraah wollte Bruderschaft trinken. Nur blöd, dass keiner von beiden wusste, wie's richtig ging und so erhielten wie die herrlichsten Verrenkungen, kombiniert mit dem Versuch beider irgendwie in die Kamera zu gucken. Herrlich! Jamie überzeugte sich dann selbst vom Gelingen des Fotos und kommentierte es mit einem resignierenden "Ooh!". Ich meinte dann es wäre wohl besser, das nächste - also meins - "without drinking" zu machen, was Jamie mit einem "Alright, sober picture!" und einer Pose der Marke Verbrecherkartei unterstrich... Och nööö, dann besser doch mit Alkohol! Jamie behauptete dann dreist, ich würde versuchen seine und Säraahs Pose zu stehlen, was erstens nicht stimmt und zweitens eine Beleidigung meiner Kreativität darstellt... Ich spielte also mal wieder beleidigt, als von den noch immer anwesenden englischen Landsleuten ein "Keep it! Keep it!" zu vernehmen war. Ergebnis kann man jetzt aufm Foto sehen. Dann war Sandra dran, als mir einer der Engländer die Kamera aus der Hand nahm und anbot von uns Dreien (Säraah war mit ihrem Handy beschäftigt) ein Foto zu machen. Etwas überfahren von dieser Frage, sagte ich ja und fragte mich noch beim Posieren, was ich eigentlich auf Sandras Foto will. Ich hab doch meins. Hm, na gut, klein im Hintergrund wird schon nicht so sehr auffallen. Denkste! Jetzt sieht es aus, als trachte ich Sandra nach dem Leben. Ha, soviel also zu skurrilen Fotos. Jetzt hat nämlich jeder eins. Haha! Das war's dann auch für diesen Abend! Auf den dritten im Bunde, den kleinen James, warteten wir vergebens, bis ein noch viel fieserer Security-Typ uns schon fast schubsend vor die Tür beförderte. Gerade noch zum Klo hat er uns gelassen. Dann flogen wir raus, waren aber auch die letzten Gäste dort. Draußen konnten wir noch beobachten wie Jamie, Simon und ihre Crew auf sehr amerikanisch anmutende Weise ein, zwei Taxen stoppten und durch gegenseitiges Zubrüllen auf offener Straßen zu klären versuchten, wer denn nun alles mit feiern kommt. Allein das "Im-Vorbeigehen-Beobachten"(Wir blieben ja nicht mal stehen!) dieses doch sehr chaotischen Spektakels brachte uns den Kommentar einiger sich scheinbar zugehörig fühlender Mädels ein: "Groupie!" Pah!!!

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